Lesung mit Ozan Zakariya Keskinkılıç

in Sonthofen am 20. Oktober 2026

Gender, Islam und Politik – Queere Literatur und Glauben
Das Werk des Schriftstellers Ozan Zakariya Keskinkılıç

Ozan Zakariya Keskinkılıç kommt zum ersten Mal zu einer Literaturveranstaltung ins Allgäu und provoziert und betört das Publikum gleichermaßen. Er liest einen Querschnitt aus seinen Texten, vor allem aus seinem vieldiskutierten Roman Hundesohn.
Gemeinsam mit Kay Wolfinger spricht Keskinkılıç über sein sinnliches und übersinnliches Leben als Moslem, über das Schreiben über Körper und Sex, über seine Nähe zu Franz Kafka und darüber, wie man Schriftsteller wird und sich auf dem literarischen Markt positioniert.

StadtBibliothek Sonthofen, Dienstag 20. Oktober 2026 um 19 Uhr

© Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag.

Simone Scharbert erhält den W.-G.-Sebald-Literaturpreis 2026

Die in Aichach geborene, in Erftstadt lebende Autorin Simone Scharbert ist die diesjährige Gewinnerin des dem Thema »Erinnerung und Gedächtnis« gewidmeten und mit 10.000 Euro dotierten W.-G.-Sebald-Literaturpreises.

Mit ihrem Text »Einer liegt, eine sitzt. Kammerprosa« überzeugte sie die Jurymitglieder Hans Jürgen Balmes (S. Fischer Verlag), Sieglinde Geisel (Literaturkritikerin), Heike Gfrereis (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Natascha Huber (Booktuberin, @booksandpoets) und Philipp Theisohn (Universität Zürich).

Ihre Wahl begründeten die Jurymitglieder mit folgenden Worten:

Geschichte erzählbar machen – das war W. G. Sebalds literarisches Anliegen. Simone Scharbert erzählt im Wechsel vom sterbenden Vater im Jetzt und von Margarethe, die 1942 in einem KZ einsitzt. In ihrer »Kammerprosa« gelingt es ihr, den Holocaust nicht nur ein weiteres Mal zu erzählen, sondern dieses Erzählen zu erneuern: einerseits durch die virtuose Verschränkung der beiden so unterschiedlich bedingten Grenzerfahrungen, andererseits durch ihre schöpferische und zugleich mikroskopisch präzise Sprache.

»Einer liegt, eine sitzt. Kammerprosa« ist Teil eines im Entstehen begriffenen größeren Prosatexts von Simone Scharbert.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der Deutschen Sebald Gesellschaft e.V. zusammen mit den Städten Kempten (Allgäu) und Sonthofen vergeben und würdigt die Auseinandersetzung mit Motiven, die im Lebenswerk des im Allgäu geborenen und in England verstorbenen Schriftstellers W. G. Sebald zentral waren.

Autor*innen aus dem In- und Ausland konnten bei der vierten Ausschreibung des Preises einen unveröffentlichten deutschsprachigen Prosatext einreichen. Es gingen 592 Texte ein, die der Jury anonymisiert vorgelegt wurden. Wie immer bei der Vergabe des W.-G.-Sebald-Literaturpreises fällte die Jury ihre Entscheidung, ohne die Identität der Verfasserin zu kennen.

Als Finalist*innen befanden sich in der abschließenden Auswahl der Jury neben dem Beitrag von Simone Scharbert drei weitere Texte: »La Terra« von Dania D’Eramo, »Das waren Flüsse« von Michael Duszat und »Rügen 98« von Laura Naumann.

Die Preisverleihung an Simone Scharbert findet am 6. Juni 2027 in Sonthofen statt.

Informationen zum W.-G.-Sebald-Literaturpreis finden sie hier.

Theresia Enzensberger: A Secret Third Thing

Münchner Poetikvorlesung an der Ludwig-Maximilians-Universität am 17. Juni und 1. Juli 2026

In der dritten Münchner Poetikvorlesung nach der Neuauflage 2024 mit Slata Roschal und 2025 mit Simon Strauß wird es wieder kontrovers, aber es gibt auch viele Einblicke ins Schreiben und den aktuellen Literaturbetrieb.

Die Schriftstellerin Theresia Enzensberger kommt an die LMU und hält am 17. Juni eine Vorlesung mit dem Titel „A Secret Third Thing“ – Von der Korrumpierbarkeit der Formeln.

In einer Podiumsdiskussion am 1. Juli unterhält sich Theresia Enzensberger über die Schnittstellen der Künste gemeinsam mit Patrik Gräb (Bildende Kunst, Berlin) und Elsa-Sophia Jach (Residenztheater München), moderiert von Benjamin Loy und Frieder von Ammon (beide LMU München).

Vorlesung und Diskussion finden statt im Veranstaltungsraum des Philologicums (Ludwigstraße 25, 80539 München) statt, jeweils um 18 Uhr, veranstaltet vom Institut für Deutsche Philologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, in Kooperation mit dem Kulturreferat der Landeshautpstadt München.

Natur bewohnen und Rückkehr der Religion

Neuerscheinungen im Frühjahr 2026

Natur bewohnen. Lebenswelten im Anthropozän, Band 302 der Reihe die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, herausgegeben von Susanne Catrein, Christof Hamann, Alexander Honold und Kay Wolfinger

Was muss durchschnitten und was muss verknüpft werden, damit artenübergreifendes Gedeihen auf dieser Erde eine Chance hat; ein Gedeihen, das menschliche und anders-als-menschliche Wesen in die Verwandtschaft miteinschließt?

Donna Haraway

Im Anthropozän ist die Erde nicht länger nur Bühne, sondern Mitakteurin und Betroffene. Der Mensch hat »seine« Lebenswelt (sowie auch die aller anderen) tiefgreifend verändert – und steht mit diesen gemeinsam zugleich vor der Aufgabe, sich in einer veränderten Natur neu zu orientieren. Unter dem Titel »Natur bewohnen. Lebenswelten im Anthropozän« widmet sich diese horen-Ausgabe künstlerischen und essayistischen Perspektiven auf das Wohnen, Überleben, Koexistieren in Zeiten ökologischer Metakrisen.

Welche neuen Narrative, welche Formen der Imagination, der Gestaltung, des Widerstands entstehen, wenn das Verhältnis zwischen sämtlichen Lebewesen – Menschen, Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen und Landschaften – nicht länger als hierarchisch gedacht werden kann? Was bedeutet es, Natur als Mitbewohnerin zu begreifen – und das Zusammenleben in Zeiten globaler Erwärmung, Artensterben, Ressourcenerschöpfung neu zu entwerfen? Bilder, Essays, Prosatexte und Gedichte erkunden Lebensformen zwischen Utopie, Verlust und Transformation – und suchen nach Möglichkeiten einer bewohnbaren Zukunft.

Mit Beiträgen von Katharina Bendixen, Caro Bodensteiner, Mariann Buehler, Céline Burget, Natalia Czudek, Kirsten Fuchs, Christina Griebel, Katrin Griebenow, Katharina Hagena, Yohan Holtkamp, Esther Kinsky, Sophia Klink, Bernhard Malkmus, Andrea Paluch, Yuna Pfau, Marion Poschmann, Kathrin Röggla, Slata Roschal, Jan Röhnert, Lutz Seiler, Benedikt Stamm und Florian Veelmann, Eva Gentner, Gina Lauser, Gabriela Oberkofler und Daniel Roth.


Rückkehr der Religion – passé? Christliche Spuren in Literatur und Filmen der Gegenwart, herausgegeben von Kay Wolfinger und Klaus Wolf

Die christliche und insbesondere die katholische Literatur ist in der jüngsten Forschung kaum mehr präsent. Um diesem Trend entgegenzuwirken, analysieren Experten und Expertinnen aus Literaturwissenschaft und Theologie sowohl Romane der Gegenwartsliteratur als auch Serien wie The Young Pope. Kehrt die Religion in der Literatur wieder – etwa in Werken von Andreas Maier, Angela Lehner, Thomas Hürlimann, Arnold Stadler u. a.? Wenn ja, in welchem Gewand? Gibt es explizit christliche Spuren in zeitgenössischen Medien? Und wie ist der Trend zum neuen Geheimnisvollen oder die Faszination für Magie im Film einzuordnen? Oder ist die Frage nach der Wiederkehr der Religion selbst schon wieder passé? – Die Autorinnen und Autoren öffnen ein vernachlässigtes Forschungsfeld neu für die Zukunft

Lesung von Nelio Biedermann, «Lázár»

im Tukan-Kreis in München am 30. Oktober 2025

Nelio Biedermann liest aus seinem Roman «Lázár» (Rowohlt Verlag, 2025) und spricht darüber mit Moderator Kay Wolfinger im Tukan-Kreis in der Münchner Seidlvilla (30. Oktober 2025, 19:30 Uhr).

Hinweis: Die Veranstaltung ist ausverkauft.

«Lázár» erscheint in mehr als zwanzig Ländern.

Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als ob er dessen Geheimnis ahnte. Mit Lajos’ Geburt im Waldschloss bricht auch das 20. Jahrhundert an, das das alte Leben der Barone Lázár im südlichen Ungarn für immer verändern wird. Der Untergang des Habsburgerreichs berührt erst nur ihre Traditionen, aber alle spüren das Beben der Zeit, die schöne Mária ebenso wie der geisterhafte Onkel Imre. Als Lajos in den zwanziger Jahren sein Erbe antritt, scheint der alte Glanz noch einmal aufzublühen. Doch die Kinder Eva und Pista – der das Dunkle so liebt – müssen erleben, wie totalitäre Zeiten ihre wuchtigen Schatten werfen – und lernen, gegen sie zu bestehen.
Ein Roman wie eine Welt, die überwältigende Saga einer Familie, getrieben von der Liebe und der Sehnsucht nach ihr, in den Strudeln des 20. Jahrhunderts. Fesselnd und berührend, zugleich voller Leichtigkeit, voller Träume und Geheimnisse, in denen sich die ganze Tragik und Schönheit der Existenz spiegelt. Und – ob angesichts historischer Katastrophen oder schöner Sommertage – die ewige Frage, wie man leben soll.

Weitere Informationen auf der Webseite des Verlags.

Stunde der Literatur mit Matthias Politycki

am 27. September 2025 im Sonnenalp Resort, Ofterschwang

In einer neuen Literaturreihe des Sonnenalp Resorts lädt Kay Wolfinger Autorinnen und autoren zu Gesprächen über ihre eigenen Werke sowie über jene Werke ein, die ihnen von anderen Autorinnen und Autoren besonders am Herzen liegen. Wir freuen uns mit Matthias Politycki den Auftakt machen zu dürfen.

Teilnahme nur für Gäste des Hotels oder nach persönlicher Einladung möglich.

Vorträge zu Alina Bronsky und F.W. Murnau

in Graz und Bamberg am 22. und 24. Juli 2025

Okkulte Krisen – Murnaus Nosferatu im dunklen Licht Saturns

am Dienstag, 22. Juli 2025, 13.30 Uhr im Rahmen der Sektion „Literatur auf der Kinoleinwand zu Krisenzeiten“ des XV. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik, Graz

Die Care-Seite des Populären. Alina Bronskys Pflegesituationen

am Donnerstag, 24. Juli 2025, 11.00 Uhr beim Kolloquium zur Bamberger Poetikprofessur 2025: Alina Bronsky, Internationales Künstlerhaus Villa Concordia, Bamberg