Natur bewohnen. Lebenswelten im Anthropozän, Band 302 der Reihe die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, herausgegeben von Susanne Catrein, Christof Hamann, Alexander Honold und Kay Wolfinger

Was muss durchschnitten und was muss verknüpft werden, damit artenübergreifendes Gedeihen auf dieser Erde eine Chance hat; ein Gedeihen, das menschliche und anders-als-menschliche Wesen in die Verwandtschaft miteinschließt?
Donna Haraway
Im Anthropozän ist die Erde nicht länger nur Bühne, sondern Mitakteurin und Betroffene. Der Mensch hat »seine« Lebenswelt (sowie auch die aller anderen) tiefgreifend verändert – und steht mit diesen gemeinsam zugleich vor der Aufgabe, sich in einer veränderten Natur neu zu orientieren. Unter dem Titel »Natur bewohnen. Lebenswelten im Anthropozän« widmet sich diese horen-Ausgabe künstlerischen und essayistischen Perspektiven auf das Wohnen, Überleben, Koexistieren in Zeiten ökologischer Metakrisen.
Welche neuen Narrative, welche Formen der Imagination, der Gestaltung, des Widerstands entstehen, wenn das Verhältnis zwischen sämtlichen Lebewesen – Menschen, Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen und Landschaften – nicht länger als hierarchisch gedacht werden kann? Was bedeutet es, Natur als Mitbewohnerin zu begreifen – und das Zusammenleben in Zeiten globaler Erwärmung, Artensterben, Ressourcenerschöpfung neu zu entwerfen? Bilder, Essays, Prosatexte und Gedichte erkunden Lebensformen zwischen Utopie, Verlust und Transformation – und suchen nach Möglichkeiten einer bewohnbaren Zukunft.
Mit Beiträgen von Katharina Bendixen, Caro Bodensteiner, Mariann Buehler, Céline Burget, Natalia Czudek, Kirsten Fuchs, Christina Griebel, Katrin Griebenow, Katharina Hagena, Yohan Holtkamp, Esther Kinsky, Sophia Klink, Bernhard Malkmus, Andrea Paluch, Yuna Pfau, Marion Poschmann, Kathrin Röggla, Slata Roschal, Jan Röhnert, Lutz Seiler, Benedikt Stamm und Florian Veelmann, Eva Gentner, Gina Lauser, Gabriela Oberkofler und Daniel Roth.
Rückkehr der Religion – passé? Christliche Spuren in Literatur und Filmen der Gegenwart, herausgegeben von Kay Wolfinger und Klaus Wolf

Die christliche und insbesondere die katholische Literatur ist in der jüngsten Forschung kaum mehr präsent. Um diesem Trend entgegenzuwirken, analysieren Experten und Expertinnen aus Literaturwissenschaft und Theologie sowohl Romane der Gegenwartsliteratur als auch Serien wie The Young Pope. Kehrt die Religion in der Literatur wieder – etwa in Werken von Andreas Maier, Angela Lehner, Thomas Hürlimann, Arnold Stadler u. a.? Wenn ja, in welchem Gewand? Gibt es explizit christliche Spuren in zeitgenössischen Medien? Und wie ist der Trend zum neuen Geheimnisvollen oder die Faszination für Magie im Film einzuordnen? Oder ist die Frage nach der Wiederkehr der Religion selbst schon wieder passé? – Die Autorinnen und Autoren öffnen ein vernachlässigtes Forschungsfeld neu für die Zukunft



