Proseminar „Methoden und Theorien der Literaturkritik“

Proseminar, Wintersemester 2018/2019

Wie schreiben Autor*innen Texte? Wie werden diese verlegt? Wie findet eine Literaturveranstaltung statt und warum?
Dieses Proseminar ist inter- und transdisziplinär ausgerichtet und möchte die starren Rollenmuster in Lehre und Forschung einerseits und die Statik des üblichen Seminarablaufs andererseits hinterfragen und aufsprengen. Wir wollen das weite Feld des Literaturbetriebs beobachten, analysieren, aber auch daran partizipieren und mitgestalten.
Ziel ist es, die „Literaturbetrieb-Szenen“ in ihrer Genese und ihren Medien zu verstehen, aber auch ein Netzwerk – ausgehend vom Münchner Standort der Deutschen Philologie – zu erarbeiten, das verschiedene Partner wie Studierende der geisteswissenschaftlichen Fächer, Literaten, Verlage, Kulturinstitutionen und Multiplikatoren wie Presse, Rundfunk und Fernsehen sowie Influencer umfasst.
Textnahe Lektüren und deren historische Einordnung und Erforschung werden innerhalb dieser Lehreinheiten Hand in Hand gehen mit eingeladenen externen Referierenden, Exkursionen und der eigenständigen Entwicklung einer von Studierendenseite geleisteten Analyse medienkultureller Beispiele aus dem beschriebenen Netzwerk der Literaturbetrieb-Szenen.

Geisterseher. Von Schiller bis zur Gegenwart

Proseminar, Sommersemester 2018

Vor allem durch Friedrich Schillers gleichnamiges Romanfragment ist der Terminus des „Geistersehers“ vorgeprägt. Diesen Text wird sich das Seminar zum Ausgangspunkt und zur Grundlage nehmen, um eine Interpretationsfolie zum Topos des Geistersehers, der Geisterseherei, der Jenseitskontakte etc. zu entwickeln, nach der Theoriefigur des Geistersehers in der Tradition der Kulturgeschichte zu fahnden und ihn in Film- und Schrifttexten des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart zu interpretieren.
Dabei reicht unsere analytische Spannweite vom Schauerroman zu Ekstatikerinnen, Okkultisten und den ersten Séance-Sitzungen. Auch die eigenen Interessen der Studierenden, was Filme, Romane und Serien betrifft, werden abgebildet werden. Ziel ist die Entwicklung von Ansätzen einer okkultistischen Medienkulturwissenschaft. Dabei folgen wir stets dem Blavatsky’schen Diktum, die Isis zu entschleiern, um anschließend doch einer Wiederverzauberung in die Welt zu helfen.

Zu den ersten Sitzungen lesen die Teilnehmenden bitte: Friedrich Schiller: Der Geisterseher (Ausgabe: Reclams Universal-Bibliothek).

Literatur-Feste. Lektürekurs zum Masterseminar „Kulturtheorien des Fests“

Lektürekurs, Sommersemester 2018

Lektürekurs zum Hauptseminar „Kulturtheorien des Fests“ (Prof. Dr. Stephan Kammer) im Masterstudiengang Film- und Medienkultur-Forschung.
„Der Krieg ist ein Fest“, hieß es einmal. Unter diesem Diktum möchte der Lektürekurs der Spur des Festes folgen, es variieren (Das Fest ist ein Krieg.) und sein Programm mit Martin Mosebachs Roman „Das Blutbuchenfest“ beginnen.
In den folgenden Blocksitzungen beschäftigen wir uns mit Erzähltexten und Filmtexten, welche die Darstellung von Festen und Festlichkeit zum Thema haben und dadurch einen Rückschlageffekt einerseits auf den Rezipienten, andererseits auf das Medium selbst zur Folge haben. Gerade die Interessen der Studierenden, die für einen medienkulturwissenschaftlichen Zugang zu den Medien / Theorien / Kulturen des Festes, des Gelages, des Exzesses, der Feierlichkeit produktiv genutzt werden können, mögen ins Lektüreprogramm eingebracht werden.

Zur ersten Blocksitzung lesen die Teilnehmenden bitte: Martin Mosebach: Das Blutbuchenfest (dtv-Taschenbuch).

Entwicklung eines medienkulturwissenschaftlichen Forschungsvorhabens

Forschungsübung, Wintersemester 2017/2018

Die Forschungsübung dient der Entwicklung eines wissenschaftlichen Forschungsvorhabens und der Niederschrift eines dazugehörigen Exposés. In mehreren geblockten Sitzungen (Termine werden im Kurs vereinbart) werden wir uns intensiv den Ideen der Teilnehmenden und der Ausarbeitung des Exposés widmen. Zusätzlich werden wir uns mit der Textform der Antragsprosa und mit Verfahren der Bewerbung und Drittmitteleinwerbung auseinandersetzen. Ziel der Übung ist die gründliche Vorstellung und Ausarbeitung des Exposés zum geplanten Forschungsvorhaben, auf das die Masterarbeit oder andere wissenschaftliche Projekte gründen können.

Lektürekurs zum Masterseminar „Bürgerkrieg und Ausnahmezustand“

Lektürekurs, Wintersemester 2017/2018

Der Lektürekurs ist verschränkt mit dem dazugehörigen Hauptseminar zum Thema „Bürgerkrieg / Ausnahmezustand“ von Prof. Dr. Oliver Jahraus und Prof. Dr. Barbara Vinken. Im Lektürekurs werden wir die Sitzungen des Hauptseminars vor- und nachbereiten, aber auch eigenständige Forschungsthemen entwickeln. Insbesondere auch die Interessen der Studierenden und ein Überblick über Film- und Schrifttexte über den Bürgerkrieg, über die exzessive Grenzüberschreitung und über die Aushebelung der Norm werden im Zentrum stehen. Wir werden uns fragen, wie Medien Ausnahmezustände reflektieren, aufgreifen und fiktionalisieren.

Theorien zur Literatur des 21. Jahrhunderts

Lektürekurs, Sommersemester 2017

Mit der Literatur des 21. Jahrhunderts starten wir in ein Gebiet mit hoher Faszinationskraft und großer Unübersichtlichkeit.
Wir befassen uns in diesem Lektürekurs, der an vier Freitag geblockt angeboten wird, mit aktuellen Tendenzen der Theorie zur Gegenwartsliteratur und des Literaturbetriebs.
Zur Sprache kommen können auch die Interessen und Lektüren der Seminarteilnehmenden.

Als Lektüre zur Vorbereitung der ersten Sitzung lesen Sie VOR BEGINN des Lektürekurses:
Clemens J. Setz: Indigo, Berlin: Suhrkamp Verlag 2012 u.a.

Erzählen nach David Lynch. Ein literarisches Zeichenmodell

Proseminar, Sommersemester 2017

2017 ist das Jahr des David Lynch: Wir werden den Gestalten der legendären Serie Twin Peaks erneut begegnen, wie Laura Palmer schon 1991 ein Wiedersehen nach 25 Jahren ankündigte.
Dieses Jahr, aber generell natürlich die Komplexität und diskursbestimmende Kraft von David Lynchs Werk wird das Seminar zum Anlass nehmen, um anhand des Ausgangspunkts „David Lynch“ in die Schule der Interpretation zurückzukehren. Die filmischen Analysen sind nur Einstieg in ein semiotisches Zeichenmodell, welches zeigen wird, wie deutschsprachige Literatur nach David Lynch (sowohl temporal als auch kausal verstanden) über den binären Code Verständlichkeit / Unverständlichkeit bzw. Sinnerzeugung / Opazität zu deuten ist und Lynch adaptiert.
Themen des Seminars sind unter anderem das Wechselverhältnis von Film und Schrifttext, Literaturverfilmungen generell und die Deutungsprovokation in Unterhaltungsromanen. Dabei achten wir immer auf das Diktum: „Die Eulen sind nicht, was sie scheinen.“

Als Lektüre für die erste Sitzung lesen Sie bitte in den Semesterferien:
Helmut Krausser: UC (Ultrachronos), Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag 2003 u.a.

Lektürekurs zum Masterseminar „Karten, Graphen, Kurven“

Wintersemester 2016/2017

Neben und zwischen den großen medialen Formaten von Schrift und Bild arbeiten in der Neuzeit andere, hybridere Aufzeichnungs-, Speicher- und Darstellungsformate an den Sachen des Wissens mit: Kurven, Graphien und Graphiken aller Art, Karten. Sie, aber ebenso die Aufzeichnungsdispositive, die mit diesen Medien einhergehen, erheben nicht nur den Anspruch auf die präzise Erfassung, sondern auch auf eine persuasive Präsentation von Sachverhalten, denen die schreibende oder zeichnende Hand nicht mehr nachkäme, denen das Erkenntnispotential der Sprache und ihrer Begriffe nicht mehr gewachsen seien.

Mit der ›méthode graphique‹ – so der Name, den das ausgehende 19. Jahrhundert diesen Formaten gegeben hat – zeichne sich nichts geringeres ab als eine ›Sprache der Natur selbst‹, biete sich damit die Chance eines direkten, unverstellten Zugriffs auf die Phänomene. Solche Wirklichkeitsemphase ist kein Zufall: Auf symptomatische und irritierende Weise teilen viele dieser Medien den Anspruch, kein Medium sein bzw. sich als Medium zum Verschwinden bringen zu wollen. Je aufwendiger die instrumentellen und apparativen Vorkehrungen medialer Wissensproduktion werden, desto dringlicher scheint das Transparenzversprechen für die Produkte dieser Aufzeichnungs- und Darstellungsverfahren.

Der Lektürekurs begleitet das dazugehörige Hauptseminar von Prof. Dr. Stephan Kammer, analysiert die dort besprochenen epistemischen Potentiale dieser Formate und bereitet auf die jeweilige Sitzung vor.

Verheißung und Fluch. Tendenzen der Gegenwartsliteratur

Proseminar, Sommersemester 2016

Als ob es nicht Wagnis genug wäre, Literatur zu interpretieren, ist es doch ein besonderes Wagnis, sich mit Gegenwartsliteratur zu beschäftigen. Ständig verändert sie sich und schlägt dem Interpreten die Werkzeuge wieder aus der Hand. Aber warum ist das so? Und warum stellt die Gegenwartsliteratur uns literaturtheoretisch vor besondere Probleme? Immerhin ist Gegenwartsliteratur für viele Studierende Einstieg in die Faszination des Fachs und macht einen großen Anteil des Literaturmarktes aus.
Wir wollen im Seminar ein ganzes Panoptikum aus aktueller Gegenwartsliteratur analysieren und versuchen, ob wir gemeinsam Strömungen, Themenflüsse und Konstellationen entdecken können. Wir werden den Blick auch auf die wichtigsten Literaturpreise, Verlage und Schriftstellerdebatten richten.

Bis zur ersten Sitzung ist verpflichtend:
Oliver Jahraus: Die Gegenwartsliteratur als Gegenstand der Literaturwissenschaft und die Gegenwärtigkeit der Literatur, http://www.medienobservationen.lmu.de/artikel/allgemein/allgemein_pdf/jahraus_gegenwartsliteratur.pdf
Sandro Zanetti: Welche Gegenwart? Welche Literatur? Welche Wissenschaft? Zum Verhältnis von Literaturwissenschaft und Gegenwartsliteratur, http://www.schreibszenen.net/zanetti-open/sz-welche-gegenwart.pdf

Lektüre in den ersten Sitzungen ist:
Clemens J. Setz: Indigo. Roman, Berlin: Suhrkamp Taschenbuch 2013.

Alfred Hitchcock. Seine Filme und die Literatur

Proseminar, Sommersemester 2012

Der Kurs macht sich zur Aufgabe, ausgewählte Filme des einzigartigen Schaffens Alfred Hitchcocks zu analysieren und gleichzeitig unter dem Blickwinkel zu betrachten, inwiefern eine Literaturverfilmung geleistet wurde. Dabei soll beobachtet werden, an welcher Literatur Hitchcock ein spezielles Interesse hatte, ob diese Literatur bereits textintern besonders gut für ein visuelles Medium funktionalisiert werden und wie das Wechselverhältnis von literarischer Vorlage und verfilmter Abbildung verstanden werden kann. Geleistet werden soll sowohl eine Interpretation für Literatur als auch für Film.

Zur Lektüre bis zur ersten Sitzung ist verpflichtend:
Daphne du Maurier: Rebecca (Ausgabe Fischer Klassik 2011 !)