Unheimliche Romane. Gegenwartsliteratur unter Beobachtung

Masterseminar, Sommersemester 2021

Die Unheimlichkeit ist seit jeher ein Thema der Weltliteratur. Umso ‚(an)spannender‘, wenn wir in diesem Seminar die Literatur der Gegenwart in den Blick nehmen.

An einem klar begrenzten Textkorpus entwickeln wir ein Verfahren, das es in der Germanistik so bisher nicht gegeben hat: Wir stellen topaktuell einen im Entstehen begriffenen Text und dessen Autorschaft unter Beobachtung.

Das Seminar ist geeignet für Studierende, die eigenständige Ideen entwickeln möchte und bereit sind, engagiert neue Aufgaben zu übernehmen. Wir werden unentwegt in Kontakt mit einem Schriftsteller stehen und dessen tägliches Schreiben begleiten und unter Beobachtung stellen.

Starten wir in ein Semester voller Heimlichkeit und Unheimlichkeit und üben wir das Verfahren der Textobservierung und Interpretation ganz neu ein.

Grundfragen und Methoden der Kultur- und Medienwissenschaft

Vorlesung, Sommersemester 2021 (im Studiengang „Sprache, Literatur, Kultur“)

Das Studium der Geistes- und Kulturwissenschaften ist in den ersten Semestern eine oft reizvolle, aber auch vertrackte Sache: Einerseits sollen die Faszination für den Gegenstand, unsere Lektüreleidenschaften und die begehrliche visuelle Rezeption erhalten bleiben, andererseits soll der Umgang mit Text, mit Quellen, Kultur, Film und dem Bild professionalisiert und verwissenschaftlicht werden.

Diese Vorlesung möchte Schneisen schlagen in das weitverzweigte Feld der Medienkulturwissenschaft, mit wichtigen theoretischen Positionen vertraut machen, kanonische Werke besprechen, aber auch für die Komplexität der gegenwärtigen Populärkultur sensibilisieren.

Ziel ist nichts weniger, als den Teilnehmenden ein Rüstzeug mit an die Hand zu geben, mit dem sie sich eigenständig durch die Welt der Kultur bewegen können, um sich zuletzt wieder darin zu verlieren.

Das Magische. Tendenzen der Gegenwartskultur

Masterseminar mit Lektürekurs, Sommersemester 2020 (im Studiengang „Film- und Medienkultur-Forschung“)

Ist unser Zugang zur Wirklichkeit in Wahrheit magisch grundiert? Ist das Gerede vom angeblichen Realismus eine Milchmädchenrechnung?

Das Seminar will einer Traditionslinie in der menschlichen Kulturgeschichte folgen und diese vor allem im 20. Jahrhundert und in der Medienkultur der Gegenwart verorten. Eine These ist, dass die Analyse von Texten der Gegenwartsliteratur und der Filmgeschichte in Kombination mit der produktiven Theoriebildung der letzten Dekaden zu der Einsicht führt, dass unser medialer Zugang zur Welt zutiefst mit den Themen von Magie, Unheimlichkeit und magischen Praktiken oder der Epiphanie von magischen Erscheinungen in dieser sichtbaren Welt verknüpft ist.

Hierzu werden wir uns im Seminar mit Klassikern der Filmgeschichte und kanonischen Erzählungen der deutschsprachigen Literatur, aber auch mit avancierten philosophischen Anschlussmöglichkeiten beschäftigen. Im zugehörigen Lektürekurs werden wir uns eingehender mit flankierenden Texten beschäftigen und mit wissenschaftlichen Methoden das Hauptseminar begleiten.

Es wird die Bereitschaft vorausgesetzt, die Texte und Filme des Seminarplans für die jeweiligen Sitzungen vorzubereiten und ein thematisches Referat mit Stundenmoderation zu übernehmen. Kleinere Schreibübungen werden das Seminar zudem begleiten.

Grundfragen und Methoden der Kultur- und Medienwissenschaft

Vorlesung, Sommersemester 2020 (im Studiengang „Sprache, Literatur, Kultur“)

Das Studium der Geistes- und Kulturwissenschaften ist in den ersten Semestern eine oft reizvolle, aber auch vertrackte Sache: Einerseits sollen die Faszination für den Gegenstand, unsere Lektüreleidenschaften und die begehrliche visuelle Rezeption erhalten bleiben, andererseits soll der Umgang mit Text, mit Quellen, Kultur, Film und dem Bild professionalisiert und verwissenschaftlicht werden.

Diese Vorlesung möchte Schneisen schlagen in das weitverzweigte Feld der Medienkulturwissenschaft, mit wichtigen theoretischen Positionen vertraut machen, kanonische Werke besprechen, aber auch für die Komplexität der gegenwärtigen Populärkultur sensibilisieren.

Ziel ist nichts weniger, als den Teilnehmenden ein Rüstzeug mit an die Hand zu geben, mit dem sie sich eigenständig durch die Welt der Kultur bewegen können, um sich zuletzt wieder darin zu verlieren.

Methoden und Theorien der Literaturkritik

Proseminar, Wintersemester 2018/2019

Wie schreiben Autor*innen Texte? Wie werden diese verlegt? Wie findet eine Literaturveranstaltung statt und warum?
Dieses Proseminar ist inter- und transdisziplinär ausgerichtet und möchte die starren Rollenmuster in Lehre und Forschung einerseits und die Statik des üblichen Seminarablaufs andererseits hinterfragen und aufsprengen. Wir wollen das weite Feld des Literaturbetriebs beobachten, analysieren, aber auch daran partizipieren und mitgestalten.
Ziel ist es, die „Literaturbetrieb-Szenen“ in ihrer Genese und ihren Medien zu verstehen, aber auch ein Netzwerk – ausgehend vom Münchner Standort der Deutschen Philologie – zu erarbeiten, das verschiedene Partner wie Studierende der geisteswissenschaftlichen Fächer, Literaten, Verlage, Kulturinstitutionen und Multiplikatoren wie Presse, Rundfunk und Fernsehen sowie Influencer umfasst.
Textnahe Lektüren und deren historische Einordnung und Erforschung werden innerhalb dieser Lehreinheiten Hand in Hand gehen mit eingeladenen externen Referierenden, Exkursionen und der eigenständigen Entwicklung einer von Studierendenseite geleisteten Analyse medienkultureller Beispiele aus dem beschriebenen Netzwerk der Literaturbetrieb-Szenen.

Geisterseher. Von Schiller bis zur Gegenwart

Proseminar, Sommersemester 2018

Vor allem durch Friedrich Schillers gleichnamiges Romanfragment ist der Terminus des „Geistersehers“ vorgeprägt. Diesen Text wird sich das Seminar zum Ausgangspunkt und zur Grundlage nehmen, um eine Interpretationsfolie zum Topos des Geistersehers, der Geisterseherei, der Jenseitskontakte etc. zu entwickeln, nach der Theoriefigur des Geistersehers in der Tradition der Kulturgeschichte zu fahnden und ihn in Film- und Schrifttexten des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart zu interpretieren.
Dabei reicht unsere analytische Spannweite vom Schauerroman zu Ekstatikerinnen, Okkultisten und den ersten Séance-Sitzungen. Auch die eigenen Interessen der Studierenden, was Filme, Romane und Serien betrifft, werden abgebildet werden. Ziel ist die Entwicklung von Ansätzen einer okkultistischen Medienkulturwissenschaft. Dabei folgen wir stets dem Blavatsky’schen Diktum, die Isis zu entschleiern, um anschließend doch einer Wiederverzauberung in die Welt zu helfen.

Zu den ersten Sitzungen lesen die Teilnehmenden bitte: Friedrich Schiller: Der Geisterseher (Ausgabe: Reclams Universal-Bibliothek).

Literatur-Feste. Lektürekurs zum Masterseminar „Kulturtheorien des Fests“

Lektürekurs, Sommersemester 2018

Lektürekurs zum Hauptseminar „Kulturtheorien des Fests“ (Prof. Dr. Stephan Kammer) im Masterstudiengang Film- und Medienkultur-Forschung.
„Der Krieg ist ein Fest“, hieß es einmal. Unter diesem Diktum möchte der Lektürekurs der Spur des Festes folgen, es variieren (Das Fest ist ein Krieg.) und sein Programm mit Martin Mosebachs Roman „Das Blutbuchenfest“ beginnen.
In den folgenden Blocksitzungen beschäftigen wir uns mit Erzähltexten und Filmtexten, welche die Darstellung von Festen und Festlichkeit zum Thema haben und dadurch einen Rückschlageffekt einerseits auf den Rezipienten, andererseits auf das Medium selbst zur Folge haben. Gerade die Interessen der Studierenden, die für einen medienkulturwissenschaftlichen Zugang zu den Medien / Theorien / Kulturen des Festes, des Gelages, des Exzesses, der Feierlichkeit produktiv genutzt werden können, mögen ins Lektüreprogramm eingebracht werden.

Zur ersten Blocksitzung lesen die Teilnehmenden bitte: Martin Mosebach: Das Blutbuchenfest (dtv-Taschenbuch).

Entwicklung eines medienkulturwissenschaftlichen Forschungsvorhabens

Forschungsübung, Wintersemester 2017/2018

Die Forschungsübung dient der Entwicklung eines wissenschaftlichen Forschungsvorhabens und der Niederschrift eines dazugehörigen Exposés. In mehreren geblockten Sitzungen (Termine werden im Kurs vereinbart) werden wir uns intensiv den Ideen der Teilnehmenden und der Ausarbeitung des Exposés widmen. Zusätzlich werden wir uns mit der Textform der Antragsprosa und mit Verfahren der Bewerbung und Drittmitteleinwerbung auseinandersetzen. Ziel der Übung ist die gründliche Vorstellung und Ausarbeitung des Exposés zum geplanten Forschungsvorhaben, auf das die Masterarbeit oder andere wissenschaftliche Projekte gründen können.

Lektürekurs zum Masterseminar „Bürgerkrieg und Ausnahmezustand“

Lektürekurs, Wintersemester 2017/2018

Der Lektürekurs ist verschränkt mit dem dazugehörigen Hauptseminar zum Thema „Bürgerkrieg / Ausnahmezustand“ von Prof. Dr. Oliver Jahraus und Prof. Dr. Barbara Vinken. Im Lektürekurs werden wir die Sitzungen des Hauptseminars vor- und nachbereiten, aber auch eigenständige Forschungsthemen entwickeln. Insbesondere auch die Interessen der Studierenden und ein Überblick über Film- und Schrifttexte über den Bürgerkrieg, über die exzessive Grenzüberschreitung und über die Aushebelung der Norm werden im Zentrum stehen. Wir werden uns fragen, wie Medien Ausnahmezustände reflektieren, aufgreifen und fiktionalisieren.

Theorien zur Literatur des 21. Jahrhunderts

Lektürekurs, Sommersemester 2017

Mit der Literatur des 21. Jahrhunderts starten wir in ein Gebiet mit hoher Faszinationskraft und großer Unübersichtlichkeit.
Wir befassen uns in diesem Lektürekurs, der an vier Freitag geblockt angeboten wird, mit aktuellen Tendenzen der Theorie zur Gegenwartsliteratur und des Literaturbetriebs.
Zur Sprache kommen können auch die Interessen und Lektüren der Seminarteilnehmenden.

Als Lektüre zur Vorbereitung der ersten Sitzung lesen Sie VOR BEGINN des Lektürekurses:
Clemens J. Setz: Indigo, Berlin: Suhrkamp Verlag 2012 u.a.