Christlicher Widerstand – Literatur gegen den Nationalsozialismus

Proseminar, Wintersemester 2011/2012

Die christlichen Autoren, deren Ideen sich der französischen Bewegung des Renouveau Catholique verwandt fühlen, sehen sich im Deutschland der 30er Jahre in zunehmendem Maße einem heraufziehenden Terrorregime entgegen gesetzt. Vielen von ihnen bleibt als einzige Möglichkeit des Widerstandes nur die innere Immigration und – trotz häufigem Schreibverbot – die schwache Möglichkeit, in ihren Texten Unrecht anzuprangern. Wegweisend ist Joseph Bernharts „Hochland“-Beitrag Hodie, in dem er schreibt: „Die prophetische Aufnahme der Geschichte ist die dem Christen einzig gemäße. Sehet zu, dass da keiner euch verführt durch die Weltanschauung und hohlen Trug.“
Dieses Seminar will versuchen, ausgewählte Linien des literarisch-christlichen Widerstandes nachzuzeichnen, Texte zu dechiffrieren und zu interpretieren, sie an die soziohistorischen Gegebenheiten zurückzukoppeln, aber auch ihrer Zeit zu entheben und danach zu fragen, wo in diesen Texten auf abstrakter Ebene Widerstand gegen Zwangsstrukturen generell angelegt ist. Wir lesen unter anderem Texte von Werner Bergengruen, Theodor Haecker und Gertrud von le Fort.
Aufgrund der speziellen Arbeitsweise in einem Blockseminar ist bei den Teilnehmenden zwingende Voraussetzung, dass sie sich unbefangen den Fragestellungen dieses Seminars nähern, und die Bereitschaft haben, ausgewählte Texte einer intensiven Lektüre zu unterziehen.