Workshop »Something weird …« – Eine Tendenz der Gegenwartsliteratur

am 12. September 2019 in München

Donnerstag, 12. September 2019
Workshop am Institut für Deutsche Philologie der LMU München
Schellingstraße 3, Raum 153 RG

Organisiert von Francesca Goll und Kay Wolfinger

09.00-09.15 Uhr Francesca Goll und Kay Wolfinger (Ludwig-Maximilians Universität München): Von der Neo-Romantik zur Rezipientenstörung. Lose Überlegungen zur Einführung

09.15-10.45 Uhr Leonhard Hieronymi (Freier Autor, Berlin): Materialien zur Kritik Anthony Hopkins. Ein Essay (Moderation: Robert Hermann (LMU München))

11.15-12.45 Uhr Doreen Wohlleben (Philipps-Universität Marburg): Magie der Schrift. Kalligrafie und Zeitlichkeit im Gegenwartsroman (Moderation: Michaela Nicole Raß (LMU München)

14.15-15.45 Uhr Jan Drees (Deutschlandfunk Köln): Die Unheimlichkeit der psychischen Krankheit (Moderation: N.N.)

16.15-17.45 Uhr Jochen Hörisch (Universität Mannheim): Das Vertraute ist das Unheimliche – Das Motiv der Zwischenwelten im Werk von Daniel Kehlmann (Moderation: N.N.)

17.45-19.15 Uhr Christian Metz (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main): Diffraktion. Zu Kathrin Rögglas und Marlene Streeruwitz’ Reflexionskritik (Moderation: Karin Janker (Süddeutsche Zeitung))

»Jenseits-Zeit & Geistes Reich«

am 25. September 2019 in Saarbrücken (26. Deutscher Germanistentag)

Panel im Themenbereich 1: Theorien und Konzepte von Zeit

Literatur und Okkultismus besitzen eine große Affinität füreinander. Beide Systeme arbeiten auf ihre Weise an einer Verzauberung der Welten, setzen das Geheimnis wieder in sein Recht und artikulieren ein besonderes Verhältnis zur Zeitlichkeit.

Gerade durch die Geisterseherei und die Herstellung von Jenseitskontakten in literarischen und jenseits von literarischen Texten soll eine Überschreitung und Nivellierung der zeitlichen Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits, aber auch durch Anrufung der Verstorbenen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stattfinden.

Demonstriert wird diese Verschränkung von Jenseitszeit, Geisterreich und dem Begehren der Lebenden unter Analyse der temporalen Ebenen an Beispielen aus dem Schauerroman bis hin zu Ekstatikerinnen, Okkultisten und den ersten Séance-Sitzungen. Das Besondere am Okkultismus ist daher die Tatsache einer ihm speziellen Zeit und der Umstand, die den Menschen gewohnte Zeit auszuhebeln und zu transzendieren.

 

Aufbau

Kay Wolfinger (Ludwig-Maximilians-Universität München): Das okkulte Medium und die Aufhebung der Zeit. Zur Einführung in die Thematik

Geist und Spiritismus

Anne Lorenz (Digitale Akademie, Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz): Avantgarde und Geistesgegenwart. Spiritistische Elemente im Künstlerkreis Der Sturm

Korbinian Lindel (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg): Transzendentalphotographie 1900 / 2000. Dokumentationen der Geisterwelt in den Materialisationsphänomenen von Albert von Schrenck-Notzing und M. Night Shyamalans The Sixth Sense 

Medialitäten

Vera Kaulbarsch (Ludwig-Maximilians-Universität München): »Einmal hatte ich in dieser Zeit das Erlebnis, tot zu sein.« Jenseitige Zeitlichkeiten bei Carl Zuckmayer und Thomas Mann

Libor Marek (Univerzita Tomáše Bati ve Zlíně): Susanna Schmida-Wöllersdorfer: Eine vergessene Wiener Esoterikerin

Peilin Li (Westfälische Wilhelms-Universität Münster): Totenreich als Idylle des Heute. Die Zeitcollage in Monika Marons Zwischenspiel (2014)